2026-08-10
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Unternehmer Stihl: »Sozialpartner sollten sich hier ihrer Verantwortung bewusst werden«
Foto: Bernd Weißbrod / dpa
Der Unternehmer Nikolas Stihl mahnt rasche Gespräche der Tarifparteien über die Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich in der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland an. Der Aufsichtsratschef des für seine Motorsägen bekannten Forst- und Gartengeräteherstellers Stihl sagte in Waiblingen der Deutschen Presse-Agentur: »In den guten Zeiten konnte sich Deutschland die 35-Stunden-Woche leisten. Aktuell können wir das nicht mehr. Und die Sozialpartner sollten sich hier ihrer Verantwortung bewusst werden und über das Thema sprechen.«
Seine Forderung richte sich insbesondere an die IG Metall,weil sie die Zugeständnisse letztlich machen müsse. »Aber wenn man nun schon in Richtung 500.000 verlorener Industriearbeitsplätze unterwegs ist,dann sollte man nun wirklich alles tun,um die Blutung zu stoppen.« Eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich würde die Arbeitskosten relativ schnell senken,fügte Stihl hinzu.
Mitten in der Wirtschaftskrise hatte die Mercedes-Führung eine alte Grundsatzdebatte neu entfacht. Chefaufseher Martin Brudermüller regte in einem Interview mit dem »Handelsblatt« die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche an – für dasselbe Gehalt. In der deutschen Autoindustrie ist bei den tarifgebundenen Unternehmen die 35-Stunden-Woche Standard – auch bei Mercedes-Benz. Gesetzlich verpflichtend ist sie nicht.
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Stihl setzt auf pragmatische Lösungen bei dem Thema. »Je näher die Vertreter der IG Metall tatsächlich an der arbeitenden Bevölkerung sind,desto eher verstehen sie die Dinge.« Er habe Bedenken gegenüber der Zentrale in Frankfurt am Main. »Dort scheinen die Positionen sehr eingefahren und stark von ideologischen Überzeugungen geprägt zu sein.«
mik/dpa