Bild vergrößern
Fed-Vorstandsmitglied Christopher Waller: »Es gibt Anzeichen für einen schwächer werdenden Arbeitsmarkt«
Foto: Brendan McDermid / REUTERS
Fed-Gouverneur Christopher Waller hat sich für eine baldige Zinssenkung in den USA ausgesprochen,um einen Einbruch am Arbeitsmarkt zu verhindern. Er werde eine Senkung um 0,25 Prozentpunkte auf der Fed-Sitzung am 16. und 17. September unterstützen,sagte Waller am Donnerstag laut Redetext für eine Veranstaltung in Miami. »Es gibt Anzeichen für einen schwächer werdenden Arbeitsmarkt,und ich befürchte,dass sich die Bedingungen weiter und recht schnell verschlechtern könnten.« Die US-Notenbank Fed dürfe nicht darauf warten und damit Gefahr laufen,mit ihrer Geldpolitik den Entwicklungen hinterherzuhinken.
Eine stärkere Zinssenkung sei im kommenden Monat jedoch nicht nötig,erklärte Waller. Dies könne sich aber ändern,falls der für kommenden Freitag erwartete Arbeitsmarktbericht für August auf eine erhebliche Abschwächung der Wirtschaft hindeute und die Inflation begrenzt bleibe. Es sei daher an der Zeit,die Geldpolitik zu lockern und auf einen neutraleren Kurs zu bringen. Diesen definierte Waller als 1,25 bis 1,50 Prozentpunkte unter dem aktuellen Leitzins von 4,25 bis 4,50 Prozent. »So wie ich die Dinge heute sehe,erwarte ich in den nächsten drei bis sechs Monaten weitere Zinssenkungen.« Das Tempo werde von künftigen Daten abhängen.
Waller hatte bereits am Dienstag auf eine Analyse von Fed-Mitarbeitern verwiesen. Demnach liegt die Inflation in den USA – abgesehen von vorübergehenden Auswirkungen von Zöllen – nahe am Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank.
Zuletzt hatte Trump mitgeteilt,dass er Fed-Vorstandsmitglied Lisa Cook mit sofortiger Wirkung aus ihrem Amt entlässt. In einem Brief an die Ökonomin begründete er den Schritt damit,dass es hinreichende Gründe für die Annahme gebe,dass sie in einem oder mehreren Hypothekenverträgen falsche Angaben gemacht habe.
data-area="text" data-pos="14">
Cook ist die erste afroamerikanische Frau im Gouverneursrat der Fed,sie wurde 2022 von Trumps Vorgänger Joe Biden nominiert. Ihre Amtszeit läuft regulär bis Ende Januar 2038.
hen/Reuters/dpa