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Ein Mitarbeiter arbeitet im Werk der Heidelberger Druckmaschinen AG in Wiesloch
Foto: Uwe Anspach / picture alliance / dpa
Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer schlagen wegen der US-Zölle Alarm. Das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA in Kombination mit US-Sonderzöllen auf Aluminium und Stahl bedrohe viele Maschinen- und Anlagenbauer in ihrer Existenz,heißt es in einem Schreiben des Branchenverbandes VDMA an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Zuerst hatten das »Handelsblatt« und »Politico« über das Schreiben berichtet.
»Wir fordern die Kommission nachdrücklich auf,alle verfügbaren Anstrengungen zu unternehmen,um die EU von den Zöllen auf Stahl- und Aluminiumderivate zu befreien«,zitierte »Politico« aus dem Brief. Es müsse sichergestellt werden,dass Maschinen und Ausrüstungen von künftigen sektoralen Zöllen ausgenommen würden. »Für viele der betroffenen Unternehmen bedeutet das: Ihr US-Geschäft steht vor dem Aus«,sagte der Abteilungsleiter Außenwirtschaft des VDMA,Oliver Richtberg,dem »Handelsblatt«.
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Die Sonderzölle auf Stahl- und Aluminium sind den Verbandsangaben nach auch mit großem bürokratischen Aufwand verbunden. So müssten Unternehmen Erklärungen zur Stahlschmelze,zur Herkunft der Gussteile und zum Nachweis des Metallgehalts vorlegen,berichtete »Politico«. Das »Handelsblatt« schrieb,bei Motorrädern aus der EU werde künftig ein Zoll von rund 30 Prozent fällig,weil auf den Pauschalzoll von 15 Prozent weitere 50 Prozent auf enthaltene Stahlteile aufgeschlagen würden.
»Der Zolldeal (der EU mit den USA) hat seinen Wert für den Maschinen- und Anlagenbau bereits verloren. Die pauschale 15-Prozent-Regelung wird durch die Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte faktisch ausgehebelt«,sagte Richtberg. Gefährlich sei zudem,dass die Liste der USA alle vier Monate erweitert werde. »Das ist kein Deal,sondern ein Damoklesschwert für die Maschinenbaubranche.«
hen/Reuters